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! Neue Website: www.enthusiasticencounters.com !

23. Februar 2011

Gründung von enthusiastic encounters als Kulturbüro für Zeitgenössischen Tanz

Besuchen Sie unsere neue Website! Dieser Blog steht nur noch als Archiv zur Verfügung.

Mit der Gründung von enthusiastic encounters als unabhängiges Kulturbüro und kollaborative Werkstätte für Zeitgenössischen Tanz haben wir eine neue Website gestaltet, auf der Sie ab sofort unsere Arbeit verfolgen können:

Dieser Blog hier wird nicht mehr aktualisiert, steht aber als Archivraum weiter zur Verfügung.

Die neue Seite ist in englischer Sprache.

Our new website is written in English! Come by, we hope you’ll enjoy it !

www.enthusiasticencounters.com

Alle guten Wünsche
Doreen Markert

—–

Kontakt:
doreen [ at ] enthusiasticencounters [ dot ] com

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LUCKY Details – Zur 15. Ausgabe der Tanz Performance Serie LUCKY TRIMMER

19. September 2010

Pressemitteilung

LUCKY TRIMMER zeigt Tanz und Performance aus aller Welt in der Volksbühne Berlin // 2. Oktober 2010 – 19 und 21 Uhr, 3. Oktober 18 und 20 Uhr

Neun internationale Choreographen sind am ersten Oktoberwochenende eingeladen, ihre neuesten Arbeiten bei LUCKY TRIMMER zu präsentieren. Die Plattform für kurze Stücke ist damit zum zweiten Mal Gast in der Volksbühne. Die Stilpalette der ausgewählten Produktionen umfasst zeitgenössischen Tanz ebenso wie neoklassisches Ballett, außerdem wird performative Videokunst, Improvisation und Clownerie präsentiert. Acht Länder sind mit dem aktuellen Programm vertreten, wobei die Hälfte der Künstler derzeit in Berlin lebt und arbeitet.

Mit Nadar Rosano und Asher Lev (Isr) gibt es erneut eine Begegnung mit der lebendigen israelischen Tanzszene, zu der LUCKY TRIMMER seit Jahren rege Beziehungen pflegt. Beide Choreographen beschäftigen sich mit den großen Themen Liebe und Nähe, jedoch auf ganz unterschiedliche Weise. Nadar Rosano lebt als freischaffender Choreograph in Berlin. Sein dramatisch-rastloses Stück „All windows are open“ über die Komplexität von Beziehungen wird von Live-Rock-Klängen des erfolgreichen israelischen Musikers Asaf Avidan begleitet. Es erhielt Auszeichnungen bei den Internationalen Wettbewerben für Choreographie in Hannover und Düsseldorf. Asher Lev (Batsheva Dance Company) spielt in seinem Solo „The Kettle“ mit absurd-komischer Symbolik, wenn er – tänzerisch virtuos – lang ersehnte Wärme in den Tiefen eines Wasserkochers sucht. Auch Youn Hui Jeon (Kor), engagiert am Saarländischen Staatstheater, widmet ihr Duett „In Liebe entzwei“ der Studie von Beziehungen – sie übersetzt den Alltag eines Paares in originelle und berührende Tanzbilder, in denen sich die Körper fortlaufend ineinander verwickeln und lösen…

Gleich 3 Stücke beschäftigen sich selbstkritisch-ironisch mit der eigenen Profession: Stéphen Delattre (F/D), zur Zeit im Ensemble ballettmainz, präsentiert sein augenzwinkerndes, technisch beeindruckendes Duett „From Bad To Worst“, das erst kürzlich mit dem Kritikerpreis in Hannover geehrt wurde. Die ungarische Choreographin Boglárka Börcsök (Hun) wehrt sich gegen die angeblich verbreitete Annahme, Tänzer könnten nur bis 8 zählen und tritt in dem Solo „Discounts“ den fulminanten Gegenbeweis an. Und zur Kontaktimprovisation braucht es mindestens Zwei ? Jessy Tuddenham (US/D) ist da offensichtlich anderer Meinung. Die in Berlin lebende Amerikanerin gehört zu den Künstlern, die schon mehrfach neue Arbeiten bei LUCKY TRIMMER präsentierten.

Der Improvisationskünstler und Clown Peter Trabner (D) ist eingeladen, seine neue Arbeit „A.M.T. – 10. Dezember 2008…so sieht´s aus! zu präsentieren, in der Ballons eine schwebende Rolle spielen. Seit 2003 ist er Ensemble-Mitglied der Berliner Kompanie Two Fish und arbeitet momentan außerdem mit Max Schumacher und Christoph Winkler. Ebenfalls in Berlin ansässig ist der Video- und Installationskünstler Yukihiro Taguchi (J). Er wird mit der fabelhaften Videoarbeit „Moment – Performatives Spazieren“ Einblicke in sein Konzept geben, Räume wieder und wieder neu zu erfinden, wofür er die existierende Ordnung kurzfristig zerstört um eine andere, neue Ordnung zu entdecken. Seine Arbeit wurde mehrfach ausgezeichnet und ist in zahlreichen Ausstellungen in Berlin und verschiedenen Orten weltweit zu sehen.

Marta Ziólek (Pl), ausgebildet in Warschau und Amsterdam, zeigt ihr Duett „Pink“ – eine verspielt-verstörende Studie von Körper und Bewegung, geprägt durch Trash-Ästhetik und einer geradezu unschuldigen Neugier auf Tabubrüche. „Leider ist unser Körper nie Privatsache“, so ihr Statement zu dieser Produktion.

LUCKY TRIMMER zeigt zweimal jährlich eine Serie von Kurzchoreographien und bietet damit vor allem jungen Künstlern eine Plattform für Präsentation und Austausch in Berlin. Das einzigartige Showcase wird von einem gemeinnützigen Verein getragen und finanziert sich ausschließlich durch private Sponsoren und Eintrittsgelder – ein herausragendes Modell in der Berliner Tanzlandschaft, gemessen an seiner Größe und Reichweite. Für die 15. Ausgabe hatten sich erneut fast 200 Choreographen aus dem In- und Ausland beworben. Der LUCKY TRIMMER e.V. investiert momentan ca. 10.000 Euro pro Jahr in die Plattform, wovon etwa 90% direkt an die präsentierenden Künstler gehen. Neben der Künstlerförderung hat LUCKY TRIMMER das Ziel, einem breiten Berliner Publikum die enorme Vielfalt an Stilen, Methoden und Themen zeitgenössischer Tanzproduktionen sowie deren Verknüpfungen mit anderen Genres zu zeigen. Die Tanz-und Performance-Serie wird seit 2004 unter der künstlerischen Leitung von Clint Lutes realisiert.

Trailer, Ticket-Info, Links…

Kalender Update: Die nächsten Wochen haben’s in sich…

20. August 2010

Alle neuen LOOPING-Produktionen sind bei Tanz im August in Berlin zu sehen. Yann Lheureux (F) kommt im Rahmen von Étape Danse mit seiner Kompanie in die fabrik Potsdam. Mitte September zeigt Melanie Lane TILTED FAWN in Montemor, Portugal. Und LUCKY TRIMMER präsentiert am ersten Oktoberwochenende sein neues Programm mit 9 jungen Choreografen in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz !

+  Tanz im August | Berlin | 29 – 31. August +

LOOPING 2010 mit Jean-Baptiste Bonillo (F), Begüm Erciyas (TUR), Melanie Lane (D), Marko Milic (SRB), Victor Hugo Pontes (P) und Nele Suisalu (EST).

+  Étape Danse | fabrik Potsdam | 4. September 19h +

YANN LHEUREUX: Manifestement & Reach Our Soul (Vorpremiere)

+  LOOPING 2010 | O Espaco do Tempo, Portugal | 17.+18. September +

u.a. MELANIE LANE: Tilted Fawn

+  LUCKY TRIMMER #15 | Volksbühne Berlin | 2.+3. Oktober +

…mit Nadar Rosano (Isr), Peter Trabner (D), Youn Hui Jeon (Kor), Boglárka Börcsök (Hun), Yukihiro Taguchi (J), Asher Lev(Isr), Jessy Tuddenham (US/D), Stephen Delattre (F/D) und Marta Ziolék (NL). //www.luckytrimmer.de//

Festival Uzès Danse: TILTED FAWN von Melanie Lane feiert Premiere

15. Juni 2010

Im Rahmen von LOOPING 2010…

15. Juni 2010, 17 Uhr | Uzès, Frankreich

TILTED FAWN
Ein Solo von Melanie Lane mit einer Soundinstallation von CLARK

Konzept/Choreographie/Performance…Melanie Lane

Sound Komposition und Installation…Chris Clark

Künstlerische Kollaboration…Morgan Belenguer

Dramaturgie…Bart Van de Eynde

Dauer…25 mins

Weitere Infos zur Produktion im LOOPING BLOG und auf der Internetseite zum Festival Uzès Danse.

……………………………*toi toi toi*…………………………

Los geht’s: LOOPING 2010

11. Juni 2010

Der LOOPING BlOG ist online und die ersten Aufführungen stehen bevor…


http://loopingdance.blogspot.com

O Espaço do Tempo
Montemor-O-Novo [Portugal]


Freitag 11. Juni 2010 | 21:30h | Blackbox

Premiere: BALLROOM von Begüm Erciyas (Türkei)

Premiere: PALIMPSESTE von Jean-Baptiste Bonillo (Frankreich)


Samstag 12. Juni 2010 | 21:30h | Blackbox

Premiere: RENDEZ-VOUS von Victor Hugo Pontes (Portugal)


Programminformationen O Espaço do Tempo


Festival Uzès Danse
Uzès [Frankreich]


Montag 14. Juni 2010

PALIMPSESTE von Jean-Baptiste Bonillo (Frankreich)

BALLROOM von Begüm Erciyas (Türkei)


Dienstag 15. Juni 2010

Premiere: TILTED FAWN von Melanie Lane (Deutschland)

Premiere: SERIES von Marko Milic (Serbien)


Mittwoch 16. Juni 2010

Premiere: HOME(LESSNESS) SICKNESS von Nele Suisalu (Estland)

RENDEZ-VOUS von Victor Hugo Pontes (Portugal)


Programminformationen Festival Uzès Danse

LUCKY TRIMMER sucht neue Kurzstücke !

7. Juni 2010

Nach der letzten Ausgabe im Februar 2010 in der Volksbühne im Prater ist LUCKY TRIMMER ab sofort auf der Suche nach neuen Stücken für das 15. LUCKY Programm am 25. & 26. September 2010 !

Junge Choreographen sind ebenso angesprochen wie etablierte Künstler/-gruppen. Jede ausgewählte Produktion erhält einen Produktionskostenzuschuss in Höhe von 500 Euro.

Die Stücke dürfen eine maximale Länge von 10 Minuten haben.

Einsendeschluss: 1. Juli 2010

Genaue Informationen zur Bewerbung unter www.luckytrimmer.de

„Geliebter Feind“ – BROTHER BROTHER im Tagesspiegel

1. April 2010

Sandra Luzina beleuchtet eine Männerfreundschaft

Männer halten zusammen – komme, was wolle. Und sie verstehen sich auch ohne Worte. Um den Mythos der unverbrüchlichen Männerfreundschaft kreisen viele großartige Filme. Nun wagen sich die beiden Tänzer und Choreographen Clint Lutes und Tommy Noonan an das hochemotionale Thema.

In „Brother Brother“ erforschen sie die Natur der Bruderschaft: als Blutbande, Zufallsliebschaft, Seelenverwandtschaft, lockere Bekanntschaft und erschöpfte Freundschaft. Die Amerikaner sind Multitalente: Beide sind auch in Gesang und Schauspiel ausgebildet. Stimm- und Körperimprovisationen spielten deshalb eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des Stücks. Zu den wechselnden Gefühlszuständen, die durchquert werden, werden auch entsprechende Klänge und Rhythmen gesucht. Lutes und Noonan bewegen sich mal synchron, mal bewusst asynchron. Ihre Stimmen nutzen sie, um den tänzerischen Ausdruck zu vervollständigen und zu kontrastieren. Feinfühlig werden in „Brother Brother“ die unterschiedlichsten Facetten der Beziehung zweier Männer beleuchtet. Lutes und Noonan sind Freunde und Feinde, Seelenbrüder und Rivalen – der eine ist nicht vollständig ohne den anderen.

- DOCK11, Fr. 2.4. bis So. 4.4., 20:30 Uhr, 8/12 €

SANDRA LUZINA, Tagesspiegel, 1.4.2010


Foto: Maurice Korbel

Sneak Preview: Kleiner Vorgeschmack auf das LUCKY TRIMMER Festival am 27.2.10 in Berlin

20. Februar 2010

LUCKY TRIMMER #14
27. Februar 2010 | 19 und 21 Uhr | Volksbühne im PRATER Berlin
LUCKY TRIMMER ist mit seiner 14. Ausgabe erstmals zu Gast in der Volksbühne im Prater. Am 27. Februar 2010 ist eine neue Serie kurzer Tanzproduktionen zu sehen, keine länger als 10 Minuten. Elf Choreografen aus dem In- und Ausland sind eingeladen, ihre aktuellen Arbeiten zu präsentieren. Die Bandbreite der Kurzstücke reicht von auffallend detaillierten Bewegungsstudien über physisch extrem anspruchsvolle Choreografien bis hin zur virtuos-elastischen Performance mit Breakdance-Anleihen. Daneben werden überdrehtes Tanztheater, sketchartige Einlagen mit deutlichen Bezügen zum Absurden Theater sowie eine Collage aus schmunzelnd-liebevollem Pina-Bausch-Zitat und elektro-akustischem Live-Act gezeigt.

Zu sehen ist Tomi Paasonen (FIN) mit seinem preisgekrönten Solo „Monogram“, in dem er die Unterschrift als Symbol unserer Identität und Einzigartigkeit in eine Mini-Choreografie übersetzt. Meytal Blanaru (IR) knüpft in „Lilly“ wiederum an Kindheitserfahrungen an, wenn sie tänzerisch umsetzt, was es bedeutet, einen einfachen Schritt ausführen zu wollen. Ebenfalls Teil des Abends sind zwei sehr unterschiedliche Duette: Miryam Mariblanca und Olga Clavel (E) kreieren ein hochgradig emotionales, melancholisches Tanzstück mittels geschmeidiger Bewegungssprache, in dem die Zuschauer spielerisch zu Voyeuren werden. Dagegen sind bei Yaron Shamir (IR) verstärkt fragmentarische und zuckende Bewegungen zu sehen, begleitet von harter elektronischer Musik. In seinem Duett „Frozen“ entwickelt er eine vielschichtige Zweierbeziehung zwischen Bildern eiskalter Ablehnung und kraftvollen, organischen Bewegungsfolgen. The Mob & Frank Julie (DK) amüsieren mit einem sehr bekannten Pina-Bausch-Zitat, das sie in das elektro-akustische Live-Cover eines berühmten Popsongs einbetten. Rauf Yasit alias rubberlegz (D) präsentiert sich mit „Last Man Standing“ als ausgesprochener Virtuose und Tanz-Entertainer, dessen Stil in Ansätzen an Breakdance erinnert. Einen narrativen Ansatz hat Caroline Finn (GB) gewählt. Für ihr Solo „Bernadette“ entwickelt sie einen ebenso charmanten wie zwanghaften Charakter, der an der Bewältigung einer Alltagsaufgabe – Apfelkuchen backen – zu scheitern droht. Die einzelnen Handlungen sind grandios choreografiert und spitzen sich dramatisch zu. Offensichtlichen Bezug zum Absurden Theater nehmen Séverine Lefèvre und Nathan Freyermuth (F) mit ihrem Quintett „How I killed myself“ – eine Sammlung performativer Anleitungen zum Selbstmord. Sie werden nach und nach in das LUCKY TRIMMER Programm eingestreut und verschaffen dem Abend so ein wiederholendes Moment.

LUCKY TRIMMER e.V. hat neben der Künstlerförderung das Ziel, die enorme Vielfalt an Stilen, Methoden und Themen zeitgenössischer Tanzproduktionen sowie deren Verknüpfungen mit anderen Genres aufzuzeigen. Die acht Kurzchoreografien der 14. Ausgabe wurden vor diesem Hintergrund aus ca. 200 Bewerbungen ausgewählt. Die Stücklänge ist per Vorgabe auf maximal 10 Minuten beschränkt. Mit seinem einzigartigen Showcase existiert LUCKY TRIMMER seit 2004 unter der künstlerischen Leitung von Clint Lutes. Weitere Informationen unter www.luckytrimmer.de

Siehe auch:

Programminfo, Fotos & Pressemitteilung (Deutsch / English)

„Man nascht!“ – Meret Becker über Varieté und Nummernprogramme

13. Februar 2010

…sie würde vielleicht auch LUCKY TRIMMER mögen ?

Meret Becker im Interview mit Gerd Hartmann über die Neueröffnung des Wintergarten Varietè
[ zitty 3-2010 S. 48 ]

Wieso machen Sie sich für ein Varietétheater stark?
Dass ein Ort wie Berlin kein klassisches Varieté hat, finde ich ein Unding. Ich will an diesem Ort erreichen, dass der Zuschauer das Gefühl bekommt, er hat an einer eingeschworenen Berliner Situation teilgenommen. An etwas, das ganz persönlich mit der Stadt zu tun hat.

Ist Varieté nicht pure Nostalgie?
Nein. Es ist Traditionskunst. Nostalgisch würde bedeuten, dass man versucht, etwas nachzustellen, was es einmal gab. Die Nummern haben aber nichts Museales. Sie entwickeln sich weiter und sind viel hochkarätiger als vor 80 Jahren – so wie im Sport. Nummernprogramme entsprechen unserer Zeit: Man guckt keinen ganzen Film mehr, sondern Videoclips. Man isst keinen Kuchen, sondern Petit Fours. Man nascht!

Der Rat für die Künste gratuliert dem Kunsthaus Tacheles

12. Februar 2010

Pressemitteilung Rat für die Künste

Der Rat für die Künste gratuliert dem Kunsthaus Tacheles zu seinem 20. Geburtstag am 13. Februar. Heiner Müller bezeichnete 1991 das Tacheles als das neue Symbol des zusammenwachsenden Berlins – neben dem Brandenburger Tor.

20 Jahre nach dem Fall der Mauer und 20 Jahre nach der Gründung des Kunsthauses steht das Projekt vor dem Aus, das wie kaum ein anderes modellhaft für den Aufbruch einer jungen Generation von Künstlerinnen und Künstlern steht, die sich in den wilden 90er Jahren Freiräume erschlossen, um sie kreativ mit Leben und Arbeiten auszufüllen. Das Credo hieß damals: „Die Ideale sind ruiniert, rettet die Ruine!“ Das Tacheles hatte als utopischer Raum der Zusammenführung von internationalen Künstlerinnen und Künstlern aller Sparten auch eine wichtige Funktion als Katalysator für die urbane Entwicklung des gesamten Umfeldes in Berlin Mitte.

Jetzt droht das Projekt selbst Opfer der Gentrifizierung zu werden, die es mit verursacht hat: Es droht die Zwangsräumung des Gebäudes nach Kündigung des Mietvertrages durch den Eigentümer. Der Verkauf des Gesamtgrundstücks, insbesondere der Freifläche, an einen neuen Investor soll offenbar ohne die „Belastung“ einer Kulturnutzung durchgeführt werden. Schon seit einigen Jahren steht das Projekt zwar nicht mehr auf der Förderliste des Senats, setzt aber hartnäckig sein Kulturprogramm fort. Obwohl das Projekt im Kulturleben der Stadt eine schwindende Rolle gespielt hat und eher von Touristen als von Berlinern frequentiert wurde, stellt sich dennoch die Frage, welche Lücke eine Räumung des Tacheles in Berlin hinterlassen würde. Der Verlust wäre unschätzbar groß und sollte unbedingt verhindert werden! Bezahlbare Räume für Künstlerinnen und Künstler in zentraler Lage sind mittlerweile rar, hier könnte das Tacheles künftig eine wichtige Ankerfunktion darstellen. Darüber hinaus hat das Land Berlin bereits zu viel Fördermittel in das Projekt investiert, als dass es diesen 6.000 qm umfassenden Kulturraum im Herzen der Stadt einfach der Räumung Preis geben sollte.

Das Tacheles muss unbedingt ein öffentlicher Kulturraum bleiben! Es reicht aber nicht aus, das Gebäude aus dem Grundstück herauszulösen und in eine gemeinnützige Stiftung zu überführen, so wie der Verein dies jetzt anregt. Das Tacheles muss neu erfunden, muss wieder mit frischen Ideen besetzt werden. Die Zukunft des Kunsthaus Tacheles wird in erster Linie davon abhängen, ob es diesen utopischen Raum, den es einmal geschaffen hat, wieder beleben kann. Der Rat für die Künste ist der Meinung, dass es genauso wichtig ist, das Existierende zu erhalten wie die Gründung neuer Projekte zu ermöglichen, und setzt sich daher ein für ein Tacheles, das bewusst diesen Weg in die Zukunft wählt. Berlin möchte nach den Worten des Regierenden Bürgermeisters eine „Modellstadt“ sein, ein Labor für Experimente. Daher ist jetzt auch die Politik gefragt, entsprechende Weichen zu stellen.

Rat für die Künste
SPRECHER  Leonie Baumann, Bernd M. Scherer
KONTAKT  Katharina Gelhaar, gelhaar@hkw.de

www.rat-fuer-die-kuenste.de

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